Praxen und Arbeitszimmer im Wohnungsverband

Grundsatz
Die steuerliche Absetzung von Kosten für im Wohnungsverband gelegene Arbeitszimmer wird sehr einschränkend gehandhabt. Im Wohnungsverband ist ein Arbeitszimmer dann gelegen, wenn es mit den privat genutzten Räumen über einen gemeinsamen Wohnungseingang verfügt. Bei einem Einfamilienhaus ist der gemeinsame Hauseingang kennzeichnend.
Die Aufwendungen hierfür, sowie dessen Errichtung sind nur dann als Betriebsausgabe abzugsfähig, wenn das Arbeitszimmer

  • den Mittelpunkt der jeweiligen betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt,
  • notwendig ist, und
  • das Zimmer (nahezu) ausschließlich beruflich genutzt wird.

Die Art der Einrichtung von Ordinations- und Therapieräumlichkeiten bei (Zahn-)Ärzten schließt eine Nutzung im Rahmen der privaten Lebensführung aus. Deshalb sind auch die Kosten einer Zweitordination von (Zahn-)Ärzten auch im Wohnungsverband immer abzugsfähig.

Vom Abzugsverbot sind jedoch jene Arbeitszimmer betroffen, die losgelöst von der Ordination im Wohnungsverband liegen. Die Raumkosten sind auch dann nicht abzugsfähig, wenn darin Tätigkeiten für die Praxis ausgeführt werden (zB Krankenkassenabrechnungen, Korrespondenz, Bestellungen, etc.).
Anders sieht die steuerliche Situation bei Ordinationsräumlichkeiten von Psychologen und Psychotherapeuten aus. Die Finanzverwaltung unterstellt, dass sich diese Ordinationsräumlichkeiten von den Räumen, die der privaten Lebensführung dienen, nicht wesentlich unterscheiden.

Das heißt, die "eigentlichen" Ordinationsräumlichkeiten dieser Berufsgruppen sind vom Abzugsverbot nicht umfasst. Sind hingegen häusliche Arbeitszimmer und/oder Zweitordinationen im Wohnungsverband gelegen, so sind die dafür anfallenden Kosten steuerlich nicht abzugsfähig.

Stand: 15. Februar 2006