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Steuerreform 2009

Vorzeitige Abschreibung (Afa)

Zur Unterstützung der Investitionstätigkeit soll für körperliche Anlagegüter, die im Kalenderjahr 2009 oder 2010 angeschafft oder hergestellt werden, die Möglichkeit zur Vornahme einer vorzeitigen Absetzung für Abnutzung geschaffen werden. Die neue vorzeitige Abschreibung wird für körperliche Wirtschaftsgüter gelten (also nicht für z. B. Software, Rechte, Finanzanlagen oder Ähnliches). Für Grund und Boden und für Gebäude sowie für Mieterinvestitionen steht keine vorzeitige Absetzung für Abnutzung zu. Pkws und Kombis können nicht vorzeitig abgeschrieben werden (außer bei Nutzung als Fahrschulkraftfahrzeuge oder für Zwecke der gewerblichen Personenbeförderung). Die vorzeitige Absetzung für Abnutzung ermöglicht im Jahr der Anschaffung oder Herstellung eine höhere Abschreibung. Der Abschreibungsbetrag beträgt in diesem Jahr 30 %. Dies allerdings einschließlich der linearen Abschreibung. Die lineare Abschreibung wird fortgeführt, wodurch es im Endeffekt zu einer früheren Abschreibung der Investition kommt. Mehr als 100 % sind daher nicht abschreibbar.

Beispiel:
Ein Apparat für eine Arztpraxis wird im April 2009 um € 150.000 neu angeschafft und in Betrieb genommen. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt acht Jahre.
Abschreibung im Jahr 2009: € 150.000 * 30 % = € 45.000
Restbuchwert am 31.12.2009: € 150.000 – € 45.000 = € 105.000
Abschreibung in den Jahren 2010 bis 2014: jeweils € 18.750 (nämlich € 150.000 / 8)
Buchwert am 31.12.2014 nach Abschreibung: € 11.250 (nämlich € 150.000 – € 45.000 – 5 * € 18.750)
Abschreibung im Jahr 2015: € 11.250
Damit wird das Wirtschaftsgut bereits im Jahr 2015 voll abgeschrieben, statt wie im Falle ohne vorzeitige Abschreibung im Jahr 2016.

Thermische Sanierung

Neben anderen konjunkturbelebenden Maßnahmen soll als Anreiz für die thermische Sanierung (Dämmung, Fenstertausch, Kesseltausch usw.) seitens des Bundes ein Anreizprogramm zum Beispiel in Form eines „Energiesparschecks“ eingeführt werden.

Änderung des Lohn- und Einkommensteuertarifes ab 1.1.2009

Die Grenze, ab der für ein Einkommen Steuern bezahlt werden müssen, wird von € 10.000 auf € 11.000 angehoben. Einkommensteile zwischen € 11.000 und € 25.000 werden in Hinkunft mit 36,5 % statt wie bisher mit 38,33 % besteuert. In der nächsten Stufe zwischen € 25.000 und € 60.000 wurden einerseits die Stufe von € 50.000 auf € 60.000 ausgeweitet und andererseits der Steuersatz von 43,596 % auf 43,2143 % gesenkt. Ab € 60.000 bleibt der Steuersatz wie bisher bei 50 %. Die maximale Steuerentlastung durch Änderung des Tarifs beträgt € 1.350 pro Jahr.

Freibetrag für einkommensteuerpflichtige Selbstständige

Ab 2010 wird der bestehende Freibetrag für investierte Gewinne von derzeit 10 % auf 13 % erhöht und für alle betrieblichen Einkunfts- und Gewinnermittlungsarten zugänglich gemacht (betriebliche Einkunftsarten sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und Land- und Forstwirtschaft). Für Gewinne bis € 30.000 entfällt die Investitionsbedingung.

Entlastung für Familien mit Kindern

Ein neuer Kinderfreibetrag in Höhe von € 220 pro Kind und Jahr soll die Familien entlasten. Ein Freibetrag vermindert das zu versteuernde Einkommen. Jene Person, die für ein Kind unterhaltspflichtig ist, darf den Kinderfreibetrag geltend machen: machen den neuen Kinderfreibetrag beide geltend, steht je Elternteil ein Freibetrag von 60 % zu (also in Summe 120 %). Der Kinderabsetzbetrag wird von € 610 auf € 700 erhöht. Der Kinderabsetzbetrag wird monatlich direkt ausbezahlt. Kinderbetreuungskosten (Krippen, Tagesmütter, Kindermädchen, Kindergärten etc.) werden bis zum 10. Lebensjahr des Kindes bis zu € 2.300 pro Jahr und Kind steuerlich absetzbar, d. h. sie vermindern das zu versteuernde Einkommen. Dieser Absetzposten kann wahlweise von einem Elternteil oder aufgeteilt in Anspruch genommen werden. Arbeitgeber können für die Betreuung der Kinder ihrer Dienstnehmer/innen (bis zum 10. Lebensjahr des Kindes der Dienstnehmer/in) € 500 pro Jahr bezahlen, ohne dass dieser Vorteil beim Dienstnehmer/in versteuert wird. Die Ausgaben des Arbeitgebers sind Betriebsausgaben. Der Maximalbetrag bei der steuerlichen Absetzbarkeit des Kirchenbeitrages soll von € 100 auf € 200 angehoben werden und die Begünstigung für Stock-Options ab 1.4.2009 entfallen.

Stand: 16. Februar 2009