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Privatpilotenschein für Arzt nicht abzugsfähig

Ein Wahlarzt der Allgemeinmedizin hatte Aufwendungen für den Erwerb des Privatpilotenscheines als Betriebsausgaben geltend gemacht.

Die Finanz versagte diesen Aufwendungen die Anerkennung als Betriebsausgaben. Wer einen Privatpilotenschein erwerbe, tue dies im Allgemeinen deshalb, weil er eine persönliche Neigung zum Flugsport habe. Es stehe fest, dass eine eigene fliegerische Betätigung keine Voraussetzung für die Ausübung der fliegerärztlichen Tätigkeit des Beschwerdeführers sei.

Der Arzt machte geltend, bei den Aufwendungen handle es sich um solche der Berufsfortbildung. Ziel sei es, als fliegerärztlicher Sachverständiger für Fluglinien tätig zu sein. Es sei in der Branche bekannt, dass Fluglinien als fliegerärztliche Sachverständige jene Ärzte heranziehen, die neben den theoretischen Kenntnissen auch die praktische Erfahrung als Pilot besitzen.

Der Arzt bezog sich auf die Bestimmung, dass Aufwendungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der vom Steuerpflichtigen ausgeübten oder einer damit verwandten beruflichen Tätigkeit jedenfalls Betriebsausgaben seien.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte früher schon ausgesprochen, dass auch solche Bildungsmaßnahmen als abzugsfähige (Fort)Bildung angesehen werden, die nicht nur spezifisch für eine bestimmte betriebliche oder berufliche Tätigkeit, sondern zugleich für verschiedene berufliche Bereiche dienlich sind. Diese Bildungsmaßnahmen müssten aber jedenfalls im ausgeübten Beruf von Nutzen sein und somit einen objektiven Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf aufweisen.

In diesem Fall führte der Verwaltungsgerichtshof aber aus, dass es sich bei dem beim Erwerb eines Privatpilotenscheines nicht um eine Bildungsmaßnahme im Sinne des obigen Erkenntnisses handelt.

Der Verwaltungsgerichtshof teilt die Auffassung der belangten Behörde. Gemäß Einkommensteuergesetz sind Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung nicht abzugsfähig, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.

Stand: 11. Februar 2010