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Abzugsfähigkeit der Kosten einer Studien- und Fortbildungsreise bei zugleich privaten Programmpunkten

Der Steuerpflichtige hat anhand des Reiseprogramms nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, welche Tagesstunden an welchen Tagen beruflichen und privaten Zwecken gedient haben.
Aus der Gesamtdauer der Arbeitszeit kann ein durchschnittlicher Wert pro Tag errechnet werden; dies ermöglicht den Ausgleich von Minderzeiten einzelner Tage durch Mehrzeiten anderer Tage. Dabei ist von einer Normalarbeitszeit von acht Stunden täglich auszugehen. Privatzeiten an den Wochenenden bleiben außer Betracht, da diese auch während der Berufsausübung zur Verfügung stehen.
Finden daher bei einer siebentägigen Reise an weniger als fünf Tagen beruflich bedingte Programmpunkte statt, liegt keine berufliche Veranlassung vor. Ist nach dem Reiseprogramm eine Arbeitszeit von achtzig Stunden während einer zweiwöchigen Reise nicht zustande gekommen, ist die Reise nicht absetzbar. Die Kursgebühren (nicht aber die Reisekosten) können in diesem Fall abgesetzt werden.
An- und Abreisezeit sind nicht als Arbeitszeit zu werten. Ist mit einer Geschäftsreise eine Erholungsreise verbunden, liegt keine betrieblich veranlasste Reise vor. Gleiches gilt, wenn ein Urlaub vorangestellt oder angehängt wird, es sei denn, es handelt sich dabei nur um einen vernachlässigbaren Freizeittag; die auf diesen Tag entfallenden Kosten sind dann nicht abzugsfähig.

Stand: 15. Mai 2005