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Die EU-Quellensteuer-Richtlinie wird ab 1.7.2005 in Kraft treten

Die EU-Quellensteuer unterscheidet zwischen 2 Systemen:

  • 22 EU-Staaten (inkl. aller EU-Beitrittsländer) melden durch die kontoführende Bank die Zinserträge samt dem Namen des Zinsempfängers direkt an das Wohnsitz-Finanzamt des Österreichers. Obwohl diese Meldung erst ab Mitte 2005 durchgeführt werden wird, wird sie aber für den Zeitraum ab 1. Jänner 2005 erfolgen.
  • Österreich, Luxemburg und Belgien werden von den Ausländern die Quellensteuer einheben, aber das Bankgeheimnis aufrecht erhalten. Die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Andorra werden die gleiche Regelung wie Österreich anwenden.

Die Quellensteuer beträgt 2005 bis 2007 15 %, ab 2008 bis 2010 20 %, und wird ab 2011 35 % betragen. ¾ davon werden durch Sammelüberweisungen anonym an den Heimatstaat des Ausländers abgeführt.

Die EU-Quellensteuer trifft nur natürliche Personen, die in einem anderen Land wohnen als im Land ihrer Kapitaleinlage, nicht aber juristische Personen und Privatstiftungen.
Von der Quellensteuer umfasst sind Sparguthaben, Festgelder und Anleihen, die nach dem 01.03.01 begeben wurden.

Nicht von der Quellensteuer umfasst sind thesaurierende Anlagefonds mit weniger als 40 % Anleihenquote, sofern die Anleiheneinzeltitel vor dem 1.3.2001 emittiert wurden. Ab 1.1.2011 wird diese Quote auf 25 % gesenkt. Weiters ausschüttende Fonds mit weniger als 15 % Anleihenquote, sofern die Anleiheneinzeltitel vor dem 1.3.2001 emittiert wurden.
Ferner unterliegen Erträge aus folgenden Kapitalanlagen nicht der Quellensteuer:
Aktien, Aktienfonds, Zertifikate, auch auf Basis von Einzeltiteln oder von Werte-Körben, Optionsscheine, Immobilien-investmentfonds aus dem In- und Ausland, Indexzertifikate, Mitgliedschaftsrechte oder ähnliche Rechte, Vermögensanlagen via Lebensversicherung.

Für österreichische Steuerpflichtige, die bisher ausländische Zinserträge nicht in ihre Steuererklärung aufgenommen haben, für die nunmehr die Quellensteuer abzuführen ist, wird es auf Grund des Informationsaustausches problematisch.

Wenn eine Finanzstrafe droht, ist eine Selbstanzeige überlegenswert.

Stand: 15. Mai 2005