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Zumutbarer Urlaubsverbrauch während der Kündigungsfrist

Entscheidend für die Zumutbarkeit – und damit auch für das Ausmaß des zu verbrauchenden Urlaubs – sind unter anderem die für den Urlaubsverbrauch noch zur Verfügung stehende Zeit, das Ausmaß der offenen Urlaubsansprüche sowie die Möglichkeit, Urlaub in dieser Zeit vernünftigerweise zum vorgesehenen Erholungszweck zu nutzen.

Weigert sich der dienstfrei gestellte Arbeitnehmer, eine angebotene Urlaubsvereinbarung abzuschließen und Urlaub in zumutbarem Ausmaß zu verbrauchen, so gilt der Teil des Resturlaubs als verbraucht, dessen Konsum zumutbar gewesen wäre.

Im strittigen Fall betrug die Kündigungsfrist beinahe fünf Monate, der insgesamt offene Urlaubsanspruch betrug 91 Urlaubstage. Der OGH stellte in seinem Urteil fest, dass von den offenen 91 Urlaubstagen 35
in zumutbarem Ausmaß konsumiert werden hätten können, sodass die Ersatzleistung nur noch für 56 Werktage gebührte.

Stand: 15. November 2005